Fritz und Fred

Details

Kinder an der Kamera In dem Filmprojekt „Klappe, die erste" produzierten 6 Kinder im Alter von 5 – 6 Jahren von November 2009 bis Februar 2010 ihren eigenen Trickfilm. Ziele des Projekts waren die Förderung der Kreativität und der Wahrnehmung, Teamfähigkeit, das Erlangen von Medienkompetenz. Die Vertonung fördert zudem die Sprachentwicklung sowie Geduld und Konzentrationsfähigkeit. Der Prozess begann damit, dass die Kinder Experimente zur Wahrnehmung durchführten. So lernten sie ein Thaumatrop (Wendebild) und ein Daumenkino kennen. Dann machten sie sich daran, kurze Geschichten zu entwickeln. Diese Geschichten wurden nun in eine visuelle Form gebracht: Mit Hilfe verschiedener in der Natur oder im Alltag gefundener Gegenstände nahmen die Erzählungen Gestalt an. In der Trickboxx aufgenommen entstand so ein ca. 9-minütiger Trickfilm, der bei einer Abschlusspräsentation gezeigt wurde. Das Projekt wurde in der Pilotphase der "Kulturelle(n) Bildung im Vorschulalter" mit Mitteln des Kulturbüros der Stadt Dortmund gefördert. Kooperationspartner waren FABIDO (Familienbildung Dortmund), das Kulturbüro der Stadt Dortmund sowie die Künstlerin Ulrike Korbach. Der Produktionszeitraum war von November bis Dezember 2009.

 

Der Projektverlauf

Zunächst einmal entwickelten die Kinder eine grobe Rahmenhandlung des Films, indem sie mit einer Auswahl von Plastiktieren spielten. So entstand in den ersten Stunden die Geschichte von Pinguinen, die als Fremde an einen unbekannten Ort landen. Dann lernten die Kinder die Kamera und die Tricktechnik kennen, um selbständig diese bedienen zu können. Die Details der Story wurden so im Weiteren während der laufenden Filmarbeit entwickelt. Dazu erhielten die Kinder zwei Stoffpinguine, um mit ihnen außerhalb der Projektzeiten zu spielen, ihre Charaktere auszubauen und mit den Figuren vertraut zu werden. Sehr hilfreich war, dass seitens der Kindertagesstätte eine Erzieherin konstant in der Projektleitung mitarbeitete, so dass das Projekt im Alltag der Kita verwurzelt war. So bastelten die Kinder mit ihren Erzieherinnen die Kulissen für den Film, malten Hintergründe und suchten Gegenstände für die angemessene Vertonung. Die Projekttage folgten einem gleichbleibenden Ablauf: zuerst schauten die Kinder die geschnittenen Ergebnisse ihrer Filmaufnahmen vom vorangegangenen Drehtag, dann filmten sie neue Tricksequenzen, indem immer ein Kind die Kamera bediente und die anderen die Figuren in kleinen Schritten durch die von ihnen gebastelten Kulisse bewegten. Am Ende erfolgten die Sprachaufnahmen. Jedes Kind sprach mindestens ein Tier und alle erdachten die zum Film gehörigen Geräusche. Trotz unterschiedlicher Leistungsstärke waren alle mit Spaß bei der Sache. Mehr noch als im Grundschulalter ist jedoch Flexibilität gefragt, um die Konzentrationsfähigkeit in diesem Alter nicht zu überstrapazieren. Kleine Bewegungseinheiten im Stile der Pinguine trugen z.B. zur Auflockerung bei und die Tage zwischen den Projekttagen erwiesen sich als nötig, damit die Kinder ihre Eindrücke verarbeiten konnten. Auffällig war, dass auch die Kinder, die zunächst mit dem Projekt überfordert zu sein schienen, am Ende doch mit einer entsprechenden Aufgabe, wie z.B. der Vertonung einer Figur, in die Geschichte und somit in die Teamarbeit fanden. Die Kreativität der Jungen und Mädchen wuchs gemeinsam mit der Geschichte. Um die Charaktere der Pinguinfreunde darzustellen, erhielten sie unterschiedliche Sprechstimmen. Für Moritz stand z.B. fest: „Der eine muss tief sprechen, der andere hoch“. Und den tief sprechenden Pinguin Fritz konnte er dann auch gleich selbst sprechen. Pinguine, Löwe, Elefant, Zebra und Ratte. Alle Tiere erforderten ihre eigene Sprechrolle und Interpretation, was die Kinder besonders gerne machten. Und wie das Fernsehen seine Tiere lebendig werden lässt, wissen sie jetzt auch.

 

Film ab für eigene Ideen

In der zweiten Woche drehte sich alles um das Thema Videoclip. Die Themen der Videos bestimmten die Jugendlichen selbst. Oberthemen, die als Anregung für die Gruppe dienen sollten waren Lebensgefühl, Träume, Zukunftsperspektiven und -ängste, Identität. An interessanten und ausdrucksstarken Orten im Stadtgebiet wurde gedreht.
Die Technik, Kamera, mobiler Schnittplatz etc. wurde selbstverständlich gestellt. Die Teilnehmer konnten diese Technik erlernen. Ulrike Korbach erklärte: "Jeder kann alle Bereiche ausprobieren und sich hinterher entscheiden, ob er oder sie  Darsteller sein möchte, Kameramänner/-frauen, Cutter/innen oder aber sich lieber um die Geschichte, das Drehbuch, kümmern möchte."
Die entstandenen Videoclips wurden mit den Songs der CD unterlegt und zu einer kompletten DVD zusammengestellt.

 

Preise und Auszeichnungen

  • 1. Preis Trickfilmfestival NRW Preis des pädagogischen Dienstes Rheinland – Pfalz (Videofilmtage Rheinland – Pfalz)
  • 2. Preis beim Deuschen Jugendvideopreis
  • 3. Preis beim deutschen Multimediapreis MB 21